Mittwoch, 29. März 2017

Natürlich fällt der Verdacht auf die Ökospäre....

... denn es kam wie's kommen musste. Ameisen. Ameisen überall. ÜBERALL!!
In den vergangenen Tagen ist unsere Wohnung von einer kleinen Ameisenepedemie heimgesucht worden. Kleine schwarze Ameisen die irgendwie genau so aussehen wie die, die ich in den ersten Ökosphärenversuch eingesetzt hatte (die tote Königin und so weiter, man erinnert sich schmerzlich...).

Natürlich ist der Schuldige da schnell gefunden. Aber moment mal: Laut Züchter vergehen vom abgelegten Ei zur fertigen Arbeiterin mindestens 6 Wochen. Mal kurz nachgerechnet:
 .... wenn ich geschätzte 168 Ameisen mit dem Staubsauger erledigt habe, 39 mit dem Finger geplättet und aktuell noch ca 124 im Bad und weitere 15 im Wohnzimmer rumlaufen .... ins Terrarium hatte ich vor ca. 3 Wochen eine Königin und 13 Arbeiterinnen eingesetzt.... verdammt das kommt doch niemals hin!!

Wenn die Ökosphäre nicht schuld ist, dann kommt nur eines in Frage: Die Nachbarn. Is doch logo. Die sind mir sowieso ein bisschen suspekt, bestellen dauernd bei Lieferando, nehmen immer meine Pakete an ohne sich dafür zu bedanken, der Balkon ist extrem sauber, um nicht zu sagen verdächtig sauber .... bestimmt leben die Ameisen bei denen in der Wand oder im Parkett und kommen jetzt zu uns rüber.
Na gut, bleiben wir mal sachlich. Jeder hat sicher schonmal seine Nachbarn verdächtig, Ungeziefer zu züchten, das muss aber noch lange nicht immer auch der Fall sein.
Vielleicht kommen die Ameisen ja auch über unsere, seitdem es so warm ist, permanent gekippte Balkontüre schnurstracks ins Bad marschiert. Diese These lässt sich zumindest leichter überprüfen, als die (gerechtfertigten!!) Anschuldigungen den Nachbarn gegenüber.
Also: Balkontüre zu, alle Ameisen weggesaugt, 1 Tag gewartet. Und da schau her: Keine einzige Ameise wagt es noch hier herumzuspazieren. Dachte ich mir doch, dass sie Nachbarn schuld sind.

Irgendjemand verteilt hier Eier!

Richtig gelesen. Irgendjemand klebt da schwarze Eier an die Scheibe:

Obwohl ich den Täter noch nicht eindeutig identifizieren kann, kommt ja wohl nur eine Spezies in Frage: Diese sexbesessenen Feuerwanzen. Die Schweinerei dann hier an die Scheibe zu kleben halte ich für ein wenig unnötig, aber ich will mich nicht beschweren.


Insgesamt entwickelt sich das Leben im Glaß sehr gut. Es grünt und sprießt überall, während es an anderen Stellen eher bergab geht. Wie man schön sieht hat ein Teil des Holzes angefangen zu schimmeln, was zu erwarten war zumal es bei Regen gesammelt wurde und folglich ziemlich feucht ist. Insgesammt war noch etwas zu viel Wasser im System, weswegen ich das Terrarium einen Tag lang mit geöffnetem Deckel (Netz drüber) in die Sonne gestellt hab. Jetzt sieht es wassermäßig schon ganz gut aus.


Und: Zwei Lausarten sind erfolgreich angesiedelt worden. Erstens: Schildläusen die momentan noch auf Ablegern dieser Zimmerpflanze leben.
Zuerst dachte ich diese braunen Flecken wären Nester oder sowas, aber bei genauerer Betrachtung sind das kleine flache Kerlchen die munter herumspazieren. Hier mal ein Video, nebenbei sieht man auch noch zwei Feuerwanzen bei der einzigen Sache die sie einigermaßen gut können: der Wollust frönen.

Außerdem erkennt man rechts unten neben der Kellerassel auch noch die andere Lausart. Sie sind so klein, dass man nur einen schwarzen Punkt sieht, haben sich aber schon über mehrere Pflanzen ausgebreitet. Ursprünglich sind sie auf Hibiskusablegern (die scheinbar gut angehen) reingekommen.
Beim Thema Läuse fällt mir ein weises lateinisches Zitat ein, welches ich von meinem alten Herrn mal gelernt hab (woher er es hat wird für immer ein Rätsel bleiben):
Vena laus amoris, pax drux pistodis.

Nochmal zum Thema Kellerasseln: Die Einfuhr dieser kleinen Tierchen hat sich sicherlich gelohnt. Überall wo Schimmel auftaucht sind die ruck-zuck zur Stelle und grasen diesen richtig ab.


Außerdem sind noch zwei Fliegenarten (Hirschfliege? s. Bild und die typischen kleinen Schwarzen Minifliegen die auch immer aus Zimmerpflanzenerde kommen) aufgetaucht. Von den größeren gibt es mindestens zwei und sie sind sehr lebhaft.

... und dieser Käfer, von dem es auch mehrere gibt. Sie können gut fliegen und tun es auch gerne.

An Bodenbewohnern gibts ansonsten noch zwei richtig große Tausendfüßler, beide etwa 4-5 cm lang, leider etwas schwer zu fotographieren:
Und: Nachts tauchen auch Ohrenwuzler auf. Die sehen ganz anders aus als ich es aus Süddeutschland gewohnt bin, aber sehr schön. Habe gelesen, dass die auch gerne Läuse fressen und tatsächlich laufen die oft auf den befallenen Pflanzen rum.

Bislang sieht also alles so aus, als ob mein Plan aufgeht. Ich warte nun immer noch auf eine Ameisenkolonie, bislang war ich zu faul um zum Antstore in Steglitz zu fahren, vermutlich werde ich sie mir doch bestellen. Dann wird aber endgültig silikoniert. Es sind übrigens auch einige kleine schwarze Ameisen ganz von alleine aufgetaucht und haben die Blattläuse schon gefunden ....

Montag, 20. März 2017

Blattläuse gesucht

Habe am Freitag einen telegrafenbergübergreifenden Aufruf zur Suche nach Blattläusen gestartet und erfreulicher Weise sehr viele Antworten bekommen. Bald haben wir also hoffentlich auch die!! Ha! Das könnte gut werden ....

Experimentelles Setup 2.0

Ok, ich habe das erste Eperiment für gescheitert erklärt
Habe die Ökospäre komplett aufgelöst und neu bestückt. Warum? Es war einfach zu feucht. Leider scheint die Sache mit dem kleinen Teich in der Ökospäre nicht zu klappen. Die Scheiben waren permanent komplett beschlagen (sodass man gar nichts sehen konnte) und vor allem: Der Boden war im ganzen Terrarium komplett mit Wasser vollgesogen und ein einziger nasser Klumpatsch. Das war nicht, was ich wollte, ursprünglich ging es ja darum ein gesünderes Pflanzenwachstum zu etablieren. Die Installation des verlockenden Teiches hat mich dann zwischenzeitlich abgelenkt....
Die einzigen Lebewesen denen es richtig gut ging, waren die Sumpfpflanzen (Fettkraut und Sonnentau), der Rest war am verfaulen. Im Teich ist nicht nur die Ameisenkönigin, sondern auch etliche andere Tiere ersoffen. Das macht so keinen Sinn.
Naja. Jedenfalls hier nun das neue Setup:

Wie man sieht, liegt nun der Fokus auf Totholz. Das hat zwei (zu erwartende) Vorteile: Einerseits ist das komplett durchlöcherte Holz ein toller Lebensraum für richtig viele Tiere (dazu gleich mehr) und andererseits sollte die vortschreitende Zersetzung des Holzes die Atmosphäre mit ausreichend CO2 vesorgen.
Das Totholz habe ich am Wochenende aus mehreren kaputten Bäumen gehackt. Obwohl man von hacken kaum reden kann; es ist so weich und schwammig, dass man es mit den Händen zerdrücken kann. Das "Ernten" des Totholzes war ein Vergnügen, das kann ich euch sagen!! Man weiss ja, dass man immer sagt Totholz wäre soo ein toller Lebensraum, aber SO VIELE VERSCHIEDENE TIERE hatte ich nicht erwartet. Ich hoffe, dass jetzt einiges davon in unserem Wohnzimmer lebt. Neben den üblichen Asseln, Fliegen, Spinnen und Schnecken sind insbesondere interessant (und jetzt eingefangen): Mindestens eine Maikäferlarve (richtig fett und saftig), mehrere Hundertfüßler (aktive Jäger!!) und eine sehr große (ca. 3cm) und dicke (1cm) rotbraune Puppe. Außerdem noch ein paar rot-schwarze Ameisen, unbekannte braun-glänzende Käfer und Regenwürmer. Die Maikäfer werden zwar höchstwarscheinlich nicht so schnell im Terrarium rumfliegen (Zyklusdauer 3-5 Jahre), aber die rote Puppe wird, wenn sie überlebt, bestimmt schlüpfen. Ich vermute es ist ein Nachtfalter, mal sehen. Bin gespannt, was da noch alles aus dem Holz kriecht!  Ich bin auch auf ein Nest sehr exotisch aussehender Wespen gestoßen, die habe ich in Ruhe gelassen.
Statt der blöden Heimchen, lebt im Terrarium jetzt eine Spezies die wir alle kennen uns lieben: Die gewöhnliche Feuerwanze. Vermehren werden die sich wohl kaum (jedenfalls nicht mehr als eine Generation), aber ich hoffe, dass die Ameisen sich darüber her machen. Diese werde ich nämlich
morgen (neue Kolonie) einsetzen. So, genung BlaBla, hier noch das neue geplante Nahrungsnetz:


Ach ja: Die Pflanzen sind jetzt teilweise heimische krautige (aber auch ein kleiner Ableger Fächerahorn, treibt schon aus wie man auf einem der Fotos sieht) und eben noch die nicht ganz verfaulten Zimmerpflanzen aus dem Sumpf.

Montag, 13. März 2017

Dramatische Entwicklungen

Am Wochenende sind endlich die Ameisen per Post eingetroffen! Eine kleine Kolonie Lasius Niger, die schwarze Wegameise (inkl. versand 17€). Eine schöne Königin und etwa 15 Arbeiterinnen. Geliefert wurden sie in einem Reagenzglas mit ein bisschen Nährlösung.


Habe gelesen, dass die so geliefert sehr ungern ihr neues "Nest" verlassen und man daher am besten das Glas wie es ist ins Terrarium legt oder vergräbt. Die bauen dann das Reagenzglas zu einem gemütlichen Nest um. Gelesen - getan. Das Glas habe ich dann waagerecht in den Sand gesteckt und den Ausgang offen gelassen.

Am ersten Tag sah schonmal alles super aus. Die Arbeiterinnen sind sofort ausgeschwärmt und haben ihre neue Welt erforscht. Ziemlich schnell haben sie dann auch den Honig-Klecks gefunden und dran geknabbert. Da die Ameisen aber auch einwandfrei am Glas hochlaufen können, wurde die Ökospähre nun "fachgerecht" mit Silikon versiegelt und ist nun Luft-, Wasser- und Ameisendicht. Soweit also eine schöne Sache. Am nächsten Morgen hatten die Ameisen sogar schon angefangen, den Ausgang ihres Nests mit kleinen Steinchen zuzubauen. Bei längerer Beobachtung wurde auch die Notwendigkeit dafür klar: Die Heimchen (nach wie vor scheinbar glücklich) wurden nämlich auch schnell auf diese neue gemütliche Höhle aufmerksam - und wollten sich darin breitmachen. Es spielten sich dramatische Szenen ab: Die Ameisen  schlugen die Heimchen immer wieder in die Flucht und behielten wohl auch die Oberhand. Soweit so gut.

Abend desselben Tages:
Anzahl der Arbeiterinnen im Nest: 0. Anzahl der Königinnen im Nest: 0. Scheiße wo sind die hin? Ökospäre anföhnen damit man besser reinsieht. Anzahl der Ameisen sonst irgendwo im Terrarium: 0. Verdammt, meine neuen Lieblinge sind spurlos verschwunden. Das kann ja wohl nicht wahr sein, Sollten am Ende die Heimchen wirklich die Ameisen aus ihrem Nest vertieben haben? In Ameistenforen ist zu lesen, dass Ameisten auch mal gemeinsam ein Heimchen erlegen und spezielle Lasius Niger eigentlich nie ihr angestammtes Nest verlassen, auch wenn es nur ein blödes Reagenzglas ist. Ich bin ziemlich frustriert. Meine Motivation die gesammte Ökosphäre aus dem Fenster (4. Stock) zu werfen ist entsprechend hoch.


Im falhen Licht der Morgendämmerung des darauffolgenden Tages erblicken meine müden Augen die grausame Wahrheit: Leblos, man möchte gerne glauben sanft schlafend, verkrampft und leichenblass treibt die Ameisenkönigin im brackig-gelben Wasser des gottverlassenen Tümpels im Ostteil der Ökosphäre.


Was mag sich hier wohl zugetragen haben? Mich lässt der Gedanke nicht los, dass die Königin sich und ihr ganzes kleines Volk lieber im Sumpf ersäufen will, als in meiner Ökosphäre zu leben...

Geister?

Seit Freitag ist die verwelkte Blüte des Fettrautes durch ein etwas unheimlich amutendes Netz/Gespinst wie auch immer mit dem Boden verbunden. Ich kann mir nicht erklären, wer dafür verantwortlich ist..... ein Geist vielleicht?